Roxinha Lisboa: Wie eine Alagoana den Alltag in populäre Kunst verwandelt
Aus dem Sertão von Alagoas stammt eine Geschichte der Transformation: Maria José – besser bekannt als Roxinha Lisboa — verwandelt das, was sie um sich herum sieht, in lebendige, herzliche Populärkunst. See also Isabela Leao und der Porzellanrand des Gefühls.

Geboren in Lagoa de PedraIn der Gemeinde Pão de Açúcar (AL) begann Roxinha erst im Alter von 59 Jahren ernsthaft mit dem Schaffen ihrer Kunst, nachdem ihre sieben Kinder erwachsen geworden waren und in den Südosten gezogen waren. Davor arbeitete sie auf dem Land – sie baute Maniok, Bohnen und Mais an –, „brach Steine“ ab und verbrachte fast zwanzig Jahre als Straßenkehrerin. FTCMag
„Als ich jünger war, litt ich unter schwerer Arbeit. Zuerst arbeitete ich in der Landwirtschaft, dann fegte ich die Straßen, dann brach ich Steine für die Pflasterung. Die Steine, die ich früher zerbrach – „Jetzt male ich.“ FTCMag

Von einfachen Anfängen zu farbenfrohen Leinwänden
Ihre künstlerische Reise begann eigentlich als eine Art Scherz zwischen ihr und ihrem Mann: Skizzen und Kritzeleien, nur um sich die Zeit zu vertreiben und Sehnsüchte zu stillen – „ihre Tochter war weggezogen.“ Bald ermutigte ihr Mann sie: „Wenn du willst, mach weiter“ – „Denn du.“ Tun wissen, wie man zeichnet.“ FTCMag
Ihre Motive stammen direkt aus dem Leben im Sertão: Szenen, die von Erinnerungen, Leidenschaft und Fernsehromanen inspiriert sind. Eines ihrer Stücke erinnert an eine Hochzeit O Cravo e a Rosa gemalt auf der Hülle eines alten Röhrenfernsehers. Ein anderer spiegelt Geschichten von wider Malhação. Dies sind romantische Momente, Alltag, Familienfreude und Kampf – alles vermischt sich in ihren Kunstwerken. FTCMag
Ein Zuhause, das auch ihr Atelier ist
Roxinhas Haus im Sertão ist zu einem Muss geworden: teils Atelier, teils Galerie. Dort malt sie auf Wände, Steine, Altholz – „alles, was sie färben kann.“ Ihre Palette ist gewagt. Ihre Zeilen sind spontan. In dem, was sie tut, herrscht ein Gefühl völliger Freiheit. Heute, mit 68 Jahren, sagt sie, dass sie nicht mehr nur mit Farbe „spielt“, sondern versteht, dass sie Künstlerin ist. FTCMag
Sie hat in ganz Brasilien ausgestellt, Workshops gegeben und ihre Arbeiten werden mittlerweile von Galerien gesucht. Menschen verbinden sich mit ihrer Kunst aufgrund ihrer Ehrlichkeit – der Art und Weise, wie sie aus dem schöpft, was sie weiß und was sie gelebt hat. FTCMag
