Montez Magno, selected work (4) by CASCA Archive artist, approved editorial image
Titelbild zu "Montez Magno und die Geometrie der Erfindung".

Montez Magno und die Geometrie der Erfindung

Origins

Durch Montez Magno wirkte die Geometrie weniger wie ein geschlossenes System als vielmehr wie ein lebendes Instrument. Geboren 1934 als Montez Magno de Oliveira in Timbauba, Pernambuco, begann er in den frühen 1950er Jahren mit dem Studium der Zeichnung und Malerei und veranstaltete 1957 seine erste Einzelausstellung im Instituto dos Arquitetos do Brasil in Recife. Galeria Marco Zero beschreibt ihn als mehr als einen bildenden Künstler: Er war auch ein Geschichtenerzähler durch Farbe, Form und Worte, ein Künstler, der in brasilianischen Zeitungen über Kunst schrieb, mit Unterstützung der durch Europa reiste Instituto de Cultura Hispanica lehrte zwischen 1963 und 1964 Bildhauerei an der Universidade Federal da Paraiba und illustrierte literarische Werke, darunter O Diabo na Noite de Natal von Osman Lins. Er starb am 27. Oktober 2023 in Recife und hinterließ ein Werk, das streng, experimentell und in seiner Sprache ungewöhnlich offen ist. See also Raul Córdula und die Geometrie des Feuers.

Die fünf ausgewählten Werke zeigen, wie Magno sich zwischen architektonischer Masse, optischer Ordnung und chromatischer Schwingung bewegte. In der vertikalen Komposition erhebt sich ein Bauwerk wie ein Gebäude, ein Altar oder ein gefaltetes Bühnenbild. Warme Braun-, Ocker-, Rot- und Schwarztöne schaffen Flächen, die sowohl solide als auch beweglich wirken, als ob Architektur in Rhythmus übersetzt worden wäre. Das Werk beschreibt keine Stadt direkt; Stattdessen destilliert es die Konstruktion in Druck, Schatten, Proportionen und Pause. Diese Sensibilität für die Struktur verbindet Magno mit der modernistischen Abstraktion, aber das Bild bleibt fühlbar und handgemacht, wobei die Farbe eher die Zeichen der Entscheidung als die Kälte eines Diagramms trägt. See also Cordel passt nicht in Schubladen: Marina Nabuco über das lebendige Archiv des Instituto Brincante.

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Montez Magno, ausgewähltes Werk

Public collections

Das dreieckige Raster und die kreisförmige, zielscheibenartige Komposition bewegen den Blick durch ein anderes Ordnungsregister. Dreiecke in Blau, Gelb, Orange, Rot, Grün und hellen Neutraltönen erzeugen ein Feld, das sich musikalisch anfühlt, fast wie eine Partitur aus Diagonalen. In der Arbeit mit dem gelben Ring und dem rot-orangefarbenen Diamanten wird Symmetrie zu einer Form der Konzentration: Das Gemälde versammelt den Betrachter in seiner Mitte, während die vertikale Naht uns daran erinnert, dass das Gleichgewicht zusammengesetzt und nicht einfach gegeben ist. Diese Bilder sind diszipliniert, aber sie sind nicht stumm. Ihre Geometrie hat Kadenz, Gewicht und eine Art stille Theatralik.

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Montez Magno, ausgewähltes Werk (2)

Die letzten beiden Arbeiten lockern diese Ordnung in Bänder, Schleier und durchscheinende Kreuzungen auf. Diagonale Streifen, kreisförmige Echos und geschichtete Blau-, Grün-, Orange-, Gelb- und Rottöne erzeugen eher räumliche Atmosphären als feste Diagramme. Magnos Abstraktion ist hier aufmerksam auf Licht, auf Abstände und auf die Art und Weise, wie eine Farbe eine andere durch Nähe verändert. Für CASCA liegt seine Bedeutung in diesem unruhigen Spektrum: Maler, Forscher, Lehrer, Schriftsteller, Illustrator und Schöpfer von Formen, die sich zwischen konstruktiver Klarheit und poetischer Mehrdeutigkeit bewegen. Seine Arbeit widersetzt sich der Idee, dass Abstraktion von Ort oder Erfahrung losgelöst ist. Stattdessen deuten diese Gemälde darauf hin, dass Geometrie ein Gedächtnissystem, eine visuelle Grammatik und eine Möglichkeit sein kann, Gedanken in Bewegung zu halten.

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Montez Magno, ausgewähltes Werk (3)
Montez Magno und die Geometrie der Erfindung, photograph
Montez Magno, ausgewähltes Werk (5)

Victor Yves ist ein brasilianischer Grafikdesigner und Art Director mit Sitz in Toronto. Er arbeitet in den Bereichen Editorial Design, Branding und visuelle Kultur und ist Gründer des CASCA Archive, einer fortlaufenden Forschungsplattform zum grafischen Gedächtnis Nordostbrasiliens. [email protected] Mehr erfahren