Waldomiro de Deus und der heilige Alltag
Origins
Waldomiro de Deus lässt die Malerei zu einem direkten Akt des Zeugnisses werden. Er wurde 1944 in Itagiba, Bahia, geboren und wuchs im Landesinneren von Bahia und im Norden von Minas Gerais auf, bevor er sich 1959 in Sao Paulo niederließ. Sein Weg in die Kunst begann nicht an einer Akademie. Er arbeitete in bescheidenen Berufen, unter anderem als Schuhputzer, und begann 1961 als Gärtner bei einem Antiquitätenhändler zu malen, wobei er Materialien verwendete, die er dort fand. Nachdem er diesen Job verloren hatte, brachte er seine ersten Werke zum Viaduto do Cha und verkaufte gleich am ersten Tag zwei. Dieser Anfang hilft, die Kraft seiner Bildsprache zu erklären: Seine Bilder zeugen von der Dringlichkeit eines Menschen, der in der Farbe eine Möglichkeit gefunden hat, das Leben zu erzählen, ohne die offizielle Kultur um Erlaubnis zu bitten. See also Cordel passt nicht in Schubladen: Marina Nabuco über das lebendige Archiv des Instituto Brincante.
Die für diesen Entwurf ausgewählten Werke zeigen die Fülle dieser Sprache. Paare umarmen sich in Gärten, Musiker reiten auf Vögeln durch den offenen Himmel, Menschen versammeln sich in Obstbäumen und Fische vermehren sich unter blühenden Zweigen. Die Kompositionen sind hell, frontal und eindringlich lesbar, aber nie einfach. Waldomiro organisiert das Bild als eine moralische und imaginäre Welt, in der Tiere, Pflanzen, Häuser, Körper, Musik, Verlangen und Glaube nebeneinander existieren. Die Figuren erscheinen oft im Profil oder mit mandelförmigen Augen, umrandet von kräftigen schwarzen Linien und vor satten gelben, blauen, grünen, rosa und roten Feldern. Sein Erzählsinn ist unmittelbar, doch die Bilder verhalten sich auch wie symbolische Karten der Zuneigung, des Überlebens, des Glaubens und der ländlichen Erinnerung. See also Bernardo Conceicao und die Arrangements des Überflusses.

Practice and materials
Die biografische Quelle für diesen Entwurf zählt Waldomiro zu den bedeutendsten Namen der brasilianischen Naivmalerei und weist auf seine Anerkennung über Brasilien hinaus mit Ausstellungen in Ländern wie England, Italien, Belgien, Deutschland und den Vereinigten Staaten hin. Seine erste Einzelausstellung fand 1966 bei FAAP in Sao Paulo statt und ab den 1960er Jahren konnte er von seiner Kunst leben. Dieselbe Quelle betont Themen, die in seinem gesamten Schaffen immer wiederkehren: Szenen des Alltagslebens, Folklore, Legenden aus dem ländlichen Nordosten, religiöse und erotische Bilder und eine Gruppe menschlicher Figuren, die vom gemischten sozialen Gefüge Brasiliens geprägt sind. In seinem Werk ist die populäre Vorstellungskraft kein dekorativer Hintergrund. Es ist die Struktur, durch die die Welt sichtbar wird.

Was Waldomiro de Deus für CASCA so kraftvoll macht, ist die Art und Weise, wie seine Gemälde die Würde des direkten Sehens schützen. Sie übersetzen populäre Erfahrungen nicht in höfliche modernistische Distanz; Sie bewahren seine Intensität, seinen Humor, seine Widersprüche, seine Zärtlichkeit und seine spirituelle Ladung. Der Garten ist auch eine Bühne. Der Baum ist auch ein Treffpunkt. Der Vogel ist auch Musik. Die Fische, Blumen, Tiere, Liebenden und Häuser werden Teil eines erweiterten Vokabulars, in dem das tägliche Leben und der Mythos mit der gleichen Gewissheit dargestellt werden. In diesen Werken bietet Waldomiro ein Brasilien, das intim, kosmisch und unverkennbar handgefertigt ist: eine Welt, in der Farbe Erinnerung ist, Glaube Bild ist und das Gewöhnliche heilig wird, wenn man es mit solcher Überzeugung betrachtet.
