Ariano Suassuna und das Wappenbild
Origins
Ariano Suassuna wird normalerweise zuerst als Schriftsteller, Dramatiker, Lehrer und öffentlicher Verteidiger der nordöstlichen Kultur in Erinnerung gerufen, aber sein visuelles Werk ist untrennbar mit demselben Projekt verbunden. Suassuna wurde 1927 in Joao Pessoa, Paraiba, geboren und war jahrzehntelang in Pernambuco aktiv. Er schuf das Movimento Armorial, um aus populären Wurzeln, insbesondere aus Sertao, Cordel, Musik, Heraldik, Gravur und mündlicher Vorstellungskraft, eine gelehrte brasilianische Kunst zu formen. Galeria Marco Zero beschreibt ihn als Anwalt, Schriftsteller, Maler, Romanautor, Essayist, Dramatiker und Professor, dessen Bedeutung für die brasilianische und nordöstliche Kultur auf dem Bemühen beruht, die Sertanejo-Identität wertzuschätzen. Die hier versammelten illuminierten Drucke machen den Punkt sichtbar: Sie machen Literatur zum Bild und das Bild zur zeremoniellen Seite. See also Cordel passt nicht in Schubladen: Marina Nabuco über das lebendige Archiv des Instituto Brincante.
Die Werke gehören zu Suassunas Iluminogravura-Praxis, einer Hybridform, die Zeichnung, Kalligraphie, Poesie, Emblem und Druckkultur verbindet. A Mulher e o Reino, A Viagem, O Mundo do Sertao, O Sol de Deus, A Morte – A Moca Caetana, A Estrada und Infancia haben alle eine vertikale Seitenstruktur, dunkle Zierränder, handgeschriebene Verse und eine eingeschränkte Palette von Schwarz, Braun, Rot, Blau und Gelb gemeinsam. Tiere, Kronen, Sonnen, Blumen, Instrumente, Boote, Flammen, Kreuze, Karten und heraldische Zeichen sind wie ein persönliches Alphabet angeordnet. Jedes Werk liest sich wie ein Gedicht und wie ein Schild, wie ein populäres Folio und wie ein heiliges Diagramm. See also Miguel dos Santos und der mythische Körper von Paraiba.

Public collections
Was diese Bilder so kraftvoll macht, ist ihre Weigerung, Erzählung und Ornament zu trennen. Pferde, Ziegen, geflügelte Tiere, Sphinxen, Jaguare, Boote und gekrönte Frauenfiguren illustrieren nicht nur den geschriebenen Text; Sie verhalten sich wie Schauspieler in einem symbolischen Theater. In O Mundo do Sertao verwandeln gefleckte Tiere und gelbe Lilien den Sertao in ein Feld voller Mythen und Kämpfe. In A Morte – A Moca Caetana erscheint der Tod nicht als abstrakte Idee, sondern als strahlende, gefährliche weibliche Präsenz, umgeben von Flügeln, Blutstropfen, Dornen, Tieren und hingebungsvoller Intensität. In A Estrada und Infancia werden Reise und Erinnerung durch Zeichen organisiert, die gleichzeitig mittelalterlich, populär, musikalisch und zutiefst brasilianisch wirken.

Für CASCA ist Suassuna wichtig, weil seine visuelle Arbeit die Ambition des Armorial-Projekts verdeutlicht: die populären Formen des Nordostens mit intellektueller Kraft zum Ausdruck zu bringen, ohne sie des Mysteriums, des Humors, der Gefahr oder der Hingabe zu berauben. Er wurde 1989 in die Academia Brasileira de Letras gewählt, trat später der Academia Pernambucana de Letras und der Academia Paraibana de Letras bei und verbrachte sein Leben damit, die brasilianische Populärkultur in Büchern, Theater, Vorträgen und Bildern zu verteidigen. Die hier ausgewählten sieben Werke zeigen, dass seine Bildsprache gegenüber seinem Schreiben nicht zweitrangig war. Es war eine andere Form der Autorschaft: ein grafischer Kosmos, in dem das Sertao zum Königreich, zur Straße, zur Erinnerung, zum Tod, zur Liebe und zur Prophezeiung wird, alles innerhalb des aufgeladenen Rahmens der Seite.



