Gabriel Petribu und die ungeplante Geographie der Materie
Origins
Gabriel Petribus Arbeit beginnt mit einem rastlosen Übergang zwischen Orten, Materialien und Disziplinen. Er wurde 1980 in Recife geboren und begann seine künstlerische Praxis und seine akademische Laufbahn in Wirtschaftswissenschaften an der Bundesuniversität Pernambuco, bevor er sich einer breiteren visuellen Ausbildung zwischen Brasilien und Italien widmete. Arte Plural Galeria weist darauf hin, dass er seit 2005 zwischen den beiden Ländern arbeitete und an der Accademia di Belle Arti di Firenze Zeichnen und Malen studierte. Diese Reiseroute ist wichtig, weil seine Arbeit Landschaft, Objekt oder Oberfläche nicht als feste Kategorien behandelt. Es betrachtet sie als Situationen: instabile Felder, in denen Materie, Erinnerung, Zufall und Beobachtung ineinander gefaltet werden können. Die Gemälde halten diese Bewegung in ihrer Spannung zwischen kartiertem Ort und handgefertigtem Objekt sichtbar. See also Cordel passt nicht in Schubladen: Marina Nabuco über das lebendige Archiv des Instituto Brincante.
Die ausgewählten Werke machen diese Logik durch drei unterschiedliche, aber verbundene Bilder sichtbar. Andorinha und Pico Santissima Trindade, beide aus dem Jahr 2025, sind Acryl auf Holz und gehören zur visuellen Atmosphäre von Vale do Catimbau. Ihr hölzerner Träger verleiht den Gemälden eine direkte, objekthafte Präsenz, während ihre Titel das Bild in Richtung Flucht, Gipfel, Ort und Pilgerfahrt öffnen. In Andorinha ist die Schwalbe nicht nur eine Bewegungsfigur; Es wird zu einer Möglichkeit, über die Orientierung im Gelände nachzudenken. Im Pico Santissima Trindade suggeriert der Bergbezug einen Orientierungspunkt, aber das Bild verhält sich auch wie ein konstruiertes Zeichen, als ob die Geographie in Farbe, Kontur und symbolischer Dichte komprimiert worden wäre. See also Guto Oca und die Straßenlogik der Farbe.

Public collections
Testemunho, ab 2022, verschiebt Maßstab und Material. Hergestellt in Mischtechnik auf Leinwand im Format 150 x 150 cm, hat es eher das Gewicht einer Aussage als einer Aussicht. Der Titel bedeutet Zeuge, und dieses Wort ist für Petribus umfassendere Praxis nützlich: Seine Bilder scheinen Begegnungen mit Orten und Materialien aufzuzeichnen, ohne sie auf Dokumentation zu reduzieren. Arte Plural beschreibt seine Übernahme des Unvorhergesehenen, sei es durch das Verhalten von Materialien oder durch gefundene Objekte und Gegenstände, die in künstlerische Operationen einbezogen werden, als einen zentralen Weg in seinem kreativen Bedürfnis. In diesem Sinne kann Testemunho als eine Oberfläche gelesen werden, die gleichzeitig Beweise, Rückstände und Transformationen empfängt.

Für CASCA ist Gabriel Petribu wichtig, weil er einen nordöstlichen Ausgangspunkt in eine Praxis einbringt, die geografisch mobil ist, ohne ihren materiellen Boden zu verlieren. Recife, Florenz, Catimbau, Holz, Leinwand, Acryl, Mischtechnik und gefundene Materie sind keine separaten Kapitel. Sie werden zu Teilen derselben Betrachtungsweise. In seinen Arbeiten geht es darum, wie ein Ort von einem Träger getragen werden kann, wie eine Erinnerung durch Textur erscheinen kann und wie ein Bild für Zufälle offen bleiben kann, ohne formlos zu werden. Die drei hier versammelten Werke zeigen einen Künstler, der Landschaft als materielles Ereignis und nicht als Landschaft betrachtet: eine Geografie, die durch Druck, Kontakt und die Intelligenz der Dinge, denen man auf dem Weg begegnet, entsteht. Das macht seine Arbeit besonders relevant für ein Archiv, das sich damit beschäftigt, wie Nordostbrasilien weiterhin zeitgenössische Bildsprachen hervorbringt.